Wie wichtig ist Facebook als Werbe­plattform (noch)?

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Die Hypothese:

Der jüngste Datenskandal und Aktieneinbruch trägt bei Marketern heute zu verstärkter Verunsicherung bei. Schon seit dem Hype von Snapchat hörte man oft vielerorts, dass die User zu anderen „moderneren“, also dem Trend des allgemeinen Nutzungsverhalten von gesteigerter Visualität und Schnelllebigkeit affineren Plattformen wechseln. Vor allem der jungen Zielgruppe sagt man dies nach.

Die Faktenlage:

Die Reichweite junger User hat zwar in den letzten Jahren  auf Plattformen wie Snapchat und Instagram stark zugenommen (auf Snapchat in Österreich mittlerweile aber wieder  abgenommen), aber eben nicht zu Lasten von Facebook. Nein, Facebook hat sogar ebenfalls eine marginale Reichweitensteigerung von 100k an MAUs (Monthly Active User) erfahren. Die jungen User haben also nicht ihre genutzten Plattformen gewechselt sondern erweitert und somit ihre allgemeine Nutzung erhöht.

Das Fazit:

Ist also alles beim alten auf Facebook? Mitnichten. Obwohl die Gesamtreichweite von Facebook über die letzten Jahre konstant geblieben ist darf man einen Faktor nicht außer Acht lassen. Die Reichweite basiert auf monthly active user, also Facebook Nutzer die mindestens einmal pro Monat eingeloggt/aktiv sind. Waren manche User früher fast täglich auf Facebook so können diese Nutzer heutzutage zwar oft eine weitaus eingeschränktere Nutzung haben, werden aber dennoch als MAU in der von Facebook ausgegebenen Reichweite miteinbegriffen. Dies mag vor allem auf  jüngere Zielgruppen zutreffen die sich vermehrt auf Instagram aufhalten.

Das Conclusio:

Auf Facebook braucht man immer mehr Zeit um die selbe Anzahl von Menschen zu erreichen, da sich diese seltener auf der Plattform bewegen. Das ist auch ein Mitgrund warum die organische Reichweite stetig sinkt. Aber auch bei bezahlten Kampagnen/Ads  muss man sich bewusst sein, dass man innerhalb eines gewissen Kampagnen/Ad Zeitraums vor allem weniger junge User erreicht als früher. Auch Budgetdruck hilft hier nur bedingt.

Die große “Konkurrenz“ von Facebook ist klar Instagram, die in Sachen Reichweite zu ihrer Mutterplattform mittlerweile aufgeschlossen hat und mehr oder weniger dieselben Zielgruppen (Agebreaks) mit denselben monatlichen Reichweiten besitzt.

Es ist also noch immer wichtig und richtig auf Facebook eine starke Präsenz zu haben und Facebook ist und bleibt die vielseitigste Plattform in Bezug auf Content- und Ad Formaten.

Die Zukunft:

Die wird in Richtung Instagram gehen. Es ist also zu empfehlen in den nächsten Monaten und Jahren einen Fokus auf Entwicklung/ Etablierung klar strukturierter Kommunikationslinien auf Instagram zu legen und weniger die Plattform ausschließlich als Bilderladen zu nutzen.

 

26. Februar I René Tomasèl