Wer ist eigentlich nicht auf WhatsApp?

#Business #Marketing-Mix #Marktführer #Messenger #Service #Social #WhatsApp

Die Messenger-App wird in Österreich von 6 Millionen Menschen genutzt. Privat aber auch beruflich. Deswegen hat die beliebte App bereits erste konkrete Pläne für Unternehmen.

Soziale Medien sind nicht nur Facebook, Instagram oder Twitter. Die Messenger Nutzer haben längst mit Social Media-Netzwerken gleichgezogen. Quantitativ. In jüngster Zeit werden Messenger-Apps zunehmend auch im Marketing eingesetzt.

Kein Wunder also dass WhatsApp in den meisten Ländern der Welt, so auch in Österreich, Marktführer ist. Die App verzeichnet weltweit 1,2 Milliarden aktive Nutzern im Monat.

Eine solche Marktdurchdringung muss man als Chance ansehen. Doch wie lässt sich WhatsApp am wirksamsten im Marketing einsetzen? Wie so oft halten sich hier die Risiken und Gewinnchancen für Early Birds die Waage. Hier kommt unser WhatsApp-Leitfaden für Vermarkter.

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist eine kostenlose Mobil-App, die Sie mit anderen WhatsApp-Nutzern chatten und mehr lässt. Attraktiv daran ist dass der Dienst völlig gratis ist. Ohne Gebühren, ohne Raus Roaming.  Zusätzlich können über die App auch Dateien und Bilder geteilt werden sowie kostenlose Sprach- und Videotelefonate getätigt werden.

WhatsApp in 109 Ländern oder 55,6 Prozent der ganzen Welt die beliebteste SMS-Alternative. Speziell in Ländern in denen Gebühren für SMS Dienste besonders hoch sind.

WhatsApp wurde 2014 von Facebook um 19 Milliarden US-Dollar gekauft. Der Dienst wurde nicht in die Struktur von Facebook oder Messenger eingegliedert, sondern agiert völlig eigenständig. Ebenso ist die Abstimmung auf Marketingfunktionen wie etwa im Messenger noch nicht erfolgt.

Warum Sie WhatsApp für Ihr Business einsetzen sollten

Täglich werden in etwa 50 Milliarden Nachrichten via WhatsApp versendet. Auch von Ihren Kunden. Auch von potentiellen Kunden.

Sind Ihre Kunden und potenziellen Kunden jung? Dann werden sie sich mit höherer Wahrscheinlichkeit dabei wohl fühlen, in der alltäglichen Kommunikation Messenger-Apps einzusetzen. Einer Studie des Pew Research Center zufolge benutzen 42 Prozent aller Smartphone-Besitzer zwischen 18 und 29 Jahren Instant-Messenger-Dienste wie WhatsApp – im Vergleich zu nur 19 Prozent aller Smartphone-Besitzer, die bereits 50 Jahre oder älter sind.

Messenger-Apps weisen einzigartig hohe Interaktionsraten auf: 98 Prozent aller Mobil-Nachrichten werden geöffnet und gelesen, wobei 90 Prozent sogar innerhalb von drei Sekunden nach Erhalt geöffnet werden. Denken Sie nur an Ihr eigenes Verhalten in diesem Zusammenhang.

Möglicherweise nutzt Ihre Zielgruppe bereits jetzt WhatsApp als eine der bevorzugten Methoden, Inhalte über Dark Social zu teilen. Als „Dark Social“ bezeichnet man das Teilen von Inhalten über private Kanäle wie E-Mail oder Chat-Apps wie WhatsApp, im Gegensatz zu öffentlichen Netzwerken wie Facebook.

Es gilt als erwiesen, dass heute die meisten Inhalte – 84 Prozent – über private Kanäle wie Instant-Messenger-Dienste geteilt werden. Auch wenn Sie selbst WhatsApp noch gar nicht nutzen, um Ihr Unternehmen besser zu vermarkten: Ihre potenziellen Kunden sind aller Wahrscheinlichkeit nach bereits auf der App unterwegs und erhöhen damit die Reichweite Ihrer Inhalte.

Strategien und Tipps für das WhatsApp-Marketing

Da WhatsApp selbst bisher weder Werbeflächen verkauft noch auf Unternehmen abgestimmte Funktionen anbietet, sollten Sie selbst kreativ werden und sich einen innovativen Marketing-Ansatz überlegen. User bevorzugen einen direkten Kontakt zu Unternehmen.

Jedes WhatsApp-Konto ist direkt mit einer einzigen Mobiltelefonnummer verknüpft, und Sie können maximal 256 WhatsApp-Nutzer auf einmal mit einer Nachricht versorgen. Deshalb eignet sich die App eher weniger für Marketingaktionen in großem Maßstab, die viele Rezipienten erreichen sollen.

WhatsApp ist sehr persönlich weil in erster Linie Nachrichten von Bekannten und Freunden empfangen werden. Sie treffen potentielle Kunden daher in einer sehr privaten Atmosphäre an. In seinem Handy.

Entwickeln Sie eine Marken-Persona, die mit Nutzern chattet und Aufmerksamkeit weckt.
Einer Telefonnummer ist ein Profil zugeordnet. Ähnlich wie der „Möbelixman“, der „Hausverstand“ oder „der Schärdinand“ können Sie mit einer Marken-Persona direkt Ihre Kunden ansprechen. Nicht die XY GmbH sondern eine fiktive Person oder ein Maskottchen.

Beratung und Service
Lassen Sie sich direkt anschreiben. Ähnlich wie in Live-Chats bei etwa Mobilfunkbetreibern können Sie auch über WhatsApp direkt und persönlich mit Ihren Kunden oder potentiellen Neukunden interagieren. Das ganze kostenlos und völlig unkompliziert.

Marketing-Tools für WhatsApp

Wenn Sie mit (potenziellen) Kunden interagieren wollen, müssen Sie diese erst einmal dazu bringen, Ihre Rufnummer in die Kontaktliste ihres Mobiltelefons aufzunehmen. WhatsApp ermöglicht die Integration eines Click to Chat-Links in Ihre Website, E-Mail-Signatur oder Ihre Social Media-Seiten. Das macht es den Nutzern leicht, mit Ihrer Marke ins Gespräch zu kommen.

Denken Sie immer daran, dass die Anwender bei der Kommunikation über Messenger-Dienste fast umgehend mit einer Antwort rechnen. Sie sollten also für ausreichend Personal zum Handling dieser Chats sorgen – oder wie Agent Provocateur Ihre Marketingaktion nur in einem begrenzten Zeitraum durchführen.

Es gibt Marketing-Tools und -Dienste für WhatsApp von Drittanbietern, mit denen Sie mehrere WhatsApp-Konten und -Gruppen für Vermarkter einrichten können. Die Verwendung solcher Tools und Dienste kann jedoch dazu führen, dass Sie von WhatsApp vorübergehend oder ganz gesperrt werden. Zudem können Massenaussendungen in einer solchen Kommunikationsumgebung Ihrer Marke großen Schaden zufügen.

Die gute Nachricht: WhatsApp arbeitet bereits fleißig an Features, die Unternehmen bei der Interaktion mit den App-Nutzern behilflich sein sollen.

Die Zukunft des WhatsApp-Marketing

WhatsApp hat zwar nicht so viele Marketing-Funktionen anzubieten wie der Facebook Messenger, bewegt sich aber bereits in diese Richtung.

Das Unternehmen hat angekündigt, dass es an unternehmensfreundlichen Features arbeitet: „In Zukunft wollen wir uns näher mit Methoden befassen, die es Ihnen und Unternehmen erleichtern, über WhatsApp miteinander zu kommunizieren – darunter Bestell- und Transaktionsfunktionen, Termininformationen, Zustellbenachrichtigungen und Versandanzeigen, Updates zu Produkten und Dienstleistungen sowie Marketingfunktionen. Marketing-bezogene Nachrichten, die Sie bekommen, könnten künftig ein für Sie interessantes Angebot enthalten.“

Das Ganze natürlich unter Berücksichtigung der geltenden DSGVO!

Bis dahin befinden sich all jene Marketingfachleute im Vorteil, deren Kampagnen mit den Alleinstellungsmerkmalen von WhatsApp arbeiten – und nicht gegen sie. Dass es auf WhatsApp bisher weder Werbeanzeigen noch Unternehmensauftritte gibt, bedeutet für Sie als Early Adopter, dass Sie – wenn Sie es richtig angehen – besonders auffallen können.

26. November I Mag. Julian Zanzinger